Oha, ich bin in diesem Jahr ganz schön hintendran mit meinem mir selbst auferlegten Ziel, 50 Blogposts zu schreiben… ob ich das noch schaffe, bis Ende des Jahres? An mangelden Ideen liegt es nicht – ich habe noch sooo viele Fotos von vor-Ort-Workshops, die ich euch gerne zeigen möchte, im Atelierhaus haben wir mit dem Atelierhaus-Bee so eine tolle textile Tauschaktion veranstaltet, da bin ich noch dabei, zu zeigen, was ich für meine Gruppe genäht habe und was ich tolles an Einzelteilen bekommen habe. Und ein neues Zine für die Tauschgruppe ist in Arbeit und wir hatten ein ganz wunderbares Atelierhaustreffen IN ECHT!
In knapp 2 Wochen öffne ich das Online Atelierhaus wieder für neue Mitglieder und ich habe mir gedacht, ich nehme euch jetzt öfter mal mit in die einzelnen „Räume“ im Atelierhaus.
Wo steht denn das Atelierhaus, Kristina?
Weil die Frage doch immer mal wieder kommt: Das Atelierhaus ist kein physisches Haus irgendwo (leider leider nicht). Das Atelierhaus ist mein Online-Atelier. Ich sammele dort all die Techniken, Projekte und Ideen, die über die Jahre entstanden sind. Nicht nur für einzelne Kurse sondern dauerhaft zugänglich und geordnet für mich selber und auch für alle anderen, die genauso gern werkeln und künstlern wie ich.
Als ich die Webseite gebaut habe und eine Ordnung in die ganzen Themen und Inhalte zu bringen war, habe ich mir darin verschiedene Räume eingerichtet, so wie ich es in echt gerade leider nicht kann. Es gibt eine Textilwerkstatt, eine Buch- und Papierwerkstatt, einen Collagetisch … und eine eigene Druckwerkstatt gehört natürlich auch dazu!
Monotypie, Materialdruck, Tetrapak-Printing, Collagrafie, Gelliprinting, Stempelschnitzen: Ich liebe experimentelles Drucken und auch bei meinen Atelierhaus-Mitgliedern sind Drucktechniken immer beliebt. Dabei habe ich selbst gar keine Ausbildung als Druckerin. Im Theater, wo ich lange gearbeitet habe, kamen Drucktechniken so gut wie nie vor. Ab und zu gab es mal eine Schablone oder einen Stempel, mehr nicht. Dafür allerdings in XXL 🙂 Aber ich liebe experimentelle Drucktechniken, und am meisten Spaß macht mir das gemeinsame Ausprobieren, mit und ohne Presse.
Als ich die Druckwerkstatt eingerichtet habe, war sie noch ziemlich kahl: frisch gestrichen, das Türschild hing schon, aber viel mehr gab es noch nicht. Inzwischen hat sich der Raum mit Inhalt (sprich: Infos, Videos und Workshopaufzeichnungen) gefüllt. Und es kommen laufend weitere Aufzeichnungen dazu. Das hat auch einen ganz praktischen Nebeneffekt: Uns geht nie der Vorrat an Collagepapier und Buchseiten für Journals aus! Viele Probedrucke, Fehldrucke und „Das war eigentlich nur zum Testen“-Blätter landen später am Collagetisch oder zwischen zwei Buchdeckeln.

Die Druckwerkstatt ist in vier Bereiche aufgeteilt, die sich nach und nach mit Inhalten füllen.
Gelliprinting
Gedruckt wird mit einer weichen Gelplatte, ganz ohne Presse. Jeder Druck ist ein Unikat.
Stempel- und Hochdruck
Ob selbst geschnitzt oder gekauft, auf Papier oder auf Stoff: Das ist bisher der größte Bereich, von den Grundlagen des Stempelschnitzens bis zum Musterentwurf.
Tiefdruck mit Tetrapak und Collagrafie
Drucken mit Getränkekartons und selbstgebauten Druckplatten aus Pappe oder Fäden, mit einer Presse oder improvisiert mit der Nudelmaschine.
Monotypie
Linie, Spur, Abdruck. Zeichnerische Monotypie lässt jedes Mal etwas Neues entstehen. Zuletzt haben wir mit einer harten Platte gearbeitet.
Die einzelnen Bereiche stelle ich euch in der nächsten Zeit auch noch genauer vor. Da es in dieser Woche einen weiteren Gelliprint Workshop für die Mitglieder gibt und ich auch in Kopenhagen am Wochenende 2 Tage Gelliprinting – tryk uden presse unterrichte, geht es heute um die Inhalte zum Gelliprinting, auf die jede, die ein Ticket für das Atelierhaus hat, zugreifen kann.

Gelliprinting: Was ihr in der Druckwerkstatt findet
Die meisten Live-Workshops, die ich über das Jahr verteilt anbiete, werden aufgezeichnet. Die nur leicht gekürzte Version lade ich hoch, damit alle, die vormittags nicht dabei sein können (oder eh viel lieber alleine in Ruhe werkeln) ebenfalls schauen können. Sie bleibt etwa ein Jahr auf der Seite. Dann schneide ich eine kompakte Version zusammen, mit den wichtigsten Lektionen und ohne Gesichter der Teilnehmerinnen. Diese Videos bleiben dauerhaft im Archiv, und das Archiv wächst mit jeder Saison. Aktuell sind folgende Inhalte dort zu finden:
• Gelliprinting Basistechniken: Ein Überblick mit den wichtigsten Infos zum Gellidruck, zusammengeschnitten aus einem Live-Workshop. Die wichtigen Fragen der Teilnehmerinnen sind mit drin, und oft sind das genau die Fragen, die ihr euch selbst auch stellt.
• Die Grundtechnik des Image Transfers: Wie ihr Bilder mit der Gelliplate übertragt, ebenfalls aus einem Live-Workshop. Für mich gehört das zu den wichtigsten Techniken überhaupt, denn damit eröffnen sich unzählige neue Möglichkeiten.
Workshop-Aufzeichnungen zum mitwerkeln:
• Image-Transfertechniken mit Acryl und Linoldruckfarbe: die vollständige Aufzeichnung für alle, die tiefer einsteigen möchten.
• Gelliprinting: The Rule of Five: kommt jetzt neu dazu.

Gellidruck und die Rule of Five
Beim Gelliprinting passiert es schnell: Eine Farbe kommt dazu, dann noch eine Schablone, noch ein Werkzeug, und irgendwann ist der Druck überladen, und man weiß nicht mehr, wann man hätte aufhören sollen. Die „Rule of Five“ setzt dem einen einfachen Rahmen entgegen: nicht mehr als fünf Elemente. Fünf Farben, fünf Formen oder fünf Werkzeuge.
Das klingt einschränkend, wirkt aber in der Praxis befreiend. Die Entscheidungen werden klarer, und der Druckprozess bekommt eine innere Logik. Wer mit zehn Farben, zig verschiedenen Strukturmaterialien und drei Werkzeugen gleichzeitig druckt, kann hinterher kaum sagen, was welchen Effekt erzeugt hat. Mit weniger Elementen verstehen wir schneller, was auf der Platte passiert, und es entstehen oft überraschend spannende Kompositionen. Ganz unter Kontrolle hat man das Gelliprinting trotzdem nie. Und das ist auch gut so.
Diesen Workshop hatten wir vor einiger Zeit schon einmal, und diese Woche steigen wir nochmal ein in diese spannende Übung. Er findet für die Mitglieder statt, die schon ein Ticket haben. Falls ihr noch nicht dabei seid: Die Aufzeichnung des Kurses wartet ab dem 1. November in der Druckwerkstatt auf euch.
Neu! Live Workshop Die verlorenen Platte/Reduktionsdruck mit Aufzeichnung
Da ich weiß, dass so eine Mitgliedschaft in einer Kreativ-Community wie dem Atelierhaus mit den großen Angebot an Inhalten nicht immer für alle passt, habe ich schon länger überlegt, mein Angebot zu erweitern.
Ganz spontan habe ich im Oktober noch einen zusätzlichen Live-Workshop eingeschoben: Am 27. Oktober von 10:00 bis 12:30 drucken wir mit der Technik der verlorenen Platte.
Wie ihr bestimmt mitbekommen habt, ist das Technik-Thema der diesjährigen Advent Post Kunst Aktion der Reduktionsdruck und es werden Postkarten gedruckt.
Eine Workshop-Aufzeichnung zu dem Thema gibt es bereits in der Druckwerkstatt und den Workshop wollte ich eigentlich im nächsten Jahr nochmal aufgreifen. Aber da ich weiß, dass sich im Atelierhaus einige eingefleischte Post-Kunst-Fans befinden, ziehe ich den Termin kurzerhand vor!
Und diesmal probiere ich etwas Neues aus: Dieser Workshop ist nicht nur für Mitglieder. Ihr könnt ihn einzeln buchen, zu einem Probierpreis. Wenn ihr schon länger neugierig seid, wie so ein Live-Workshop im Atelierhaus abläuft, ist das eure Gelegenheit. Ihr kommt einen Vormittag lang mit in die Druckwerkstatt, ganz ohne Mitgliedschaft. Wer es nicht live zum Kurs schafft, kann die Aufzeichnung des Workshops für eine begrenzte Zeit in Ruhe nachschauen.
Bei der verlorenen Platte entsteht ein mehrfarbiges Motiv von einer einzigen Druckplatte. Nach jedem Druckdurchgang werden weitere Teile weggeschnitzt. Die schon gedruckten Farben bleiben auf dem Papier, und die Platte wird dabei Schritt für Schritt „zerstört“. Es gibt kein Zurück, und genau das macht die Technik so spannend.
Das braucht ihr:
• Factis Vinylgummi (hellblau) oder anderes weiches Schnitzmaterial, etwa im Postkartenformat
• 10 bis 20 Bögen dickeres Papier in passender Größe
• Schnitzwerkzeuge
• Bleistift, Entwurfspapier, eventuell Transparentpapier zum Abpausen
• Stempelkissen in mehreren Farbtönen von hell nach dunkel, oder Acryl- bzw. Linoldruckfarben mit Schaumstoffrolle und Palette
• Optional: ein Acrylblock und doppelseitiges Tape, wenn ihr mit eurer Druckplatte stempeln möchtest, lässt sich damit die Platte leichter handhaben
Ich bin gespannt, ob das Angebot, ab und zu mal „nur“ zu einem Workshop ins Atelierhaus zu kommen, auf Interesse stösst. Wir werden sehen!
Ab 1. November sind die Türen vom Atelierhaus wieder offen!
Das Atelierhaus ist mein virtuelles Atelier — ein Ort für alle, die regelmäßig kreativ arbeiten möchten, aber manchmal nicht wissen, womit sie anfangen sollen, sich Unterstützung wünschen oder einfach Lust haben, neue Techniken auszuprobieren.
Es gibt Kurse und Workshop-Aufzeichnungen zu Buchbinden, Collage, Mixed Media, Patchwork, Druck, Farbe und mehr — alles in Ruhe, in deinem eigenen Tempo, wann es dir passt. Dazu kommen mehrmals im Jahr Live-Workshops, bei denen wir gemeinsam in Echtzeit arbeiten.
Und wenn du möchtest, ist da auch eine Community: Menschen, die ihre Zines verschicken, Stoffe tauschen, Bücher binden und sich gegenseitig zeigen, was gerade auf dem Arbeitstisch liegt. Wenn du lieber für dich arbeitest, ist das genauso willkommen — alles ist möglich..
Das Atelierhaus öffnet einmal im Jahr. Der nächste Termin ist der 1. November.





