Da geht er hin, der August… und mit dem September beginnt die neue Zine Tauschrunde in der Atelierhaus Zinegruppe.

Entstanden aus der Initiative einiger Mitglieder, die Lust hatten, ihre selbstgemachten Hefte miteinander zu teilen. Ich finde das toll und freue mich total, dass sich neben den ATC Tauschaktionen nun noch eine Spezialgruppe gebildet hat. Das Feine an dieser Gruppe: Die Regeln sind entspannt, es gibt zwei Tauschrunden im Jahr. Wer Zines hat und tauschen möchte, verschickt diese. Wer aussetzt oder wen die Muse zu einem späteren Zeitpunkt küsst, verschickt halt dann. Es gibt weder Themen, Prompts oder Vorgaben, die Formate betreffend.
Das hatte bislang zur Folge, dass die Ergebnisse so vielfältig und individuell ausfielen, wie die Menschen dahinter.
Obwohl ich selber nicht garantieren kann, zu jedem Termin „liefern“ zu können, darf ich in der Gruppe sein und habe bereits eine wunderbare Sammlung von ganz besonderen, kleinen Büchlis erhalten. Im September startet eine neue Tauschsaison. Ein erstes Exemplar habe ich bereits bekommen und ich nehme das jetzt mal zum Anlass, euch endlich mein allererstes eigenes Zine zu zeigen.

Ab 1. November sind die Türen vom Atelierhaus wieder offen!

Das Atelierhaus ist mein virtuelles Atelier — ein Ort für alle, die regelmäßig kreativ arbeiten möchten, aber manchmal nicht wissen, womit sie anfangen sollen, sich Unterstützung wünschen oder einfach Lust haben, neue Techniken auszuprobieren.

Es gibt Kurse und Workshop-Aufzeichnungen zu Buchbinden, Collage, Mixed Media, Patchwork, Druck, Farbe und mehr — alles in Ruhe, in deinem eigenen Tempo, wann es dir passt. Dazu kommen mehrmals im Jahr Live-Workshops, bei denen wir gemeinsam in Echtzeit arbeiten.

Und wenn du möchtest, ist da auch eine Community: Menschen, die ihre Zines verschicken, Stoffe tauschen, Bücher binden und sich gegenseitig zeigen, was gerade auf dem Arbeitstisch liegt. Wenn du lieber für dich arbeitest, ist das genauso willkommen — alles ist möglich..

Das Atelierhaus öffnet einmal im Jahr. Der nächste Termin ist der 1. November.

Und für alle, die jetzt nicht wissen, was ein Zine ist, hier eine kurze Erklärung:

Was ist eigentlich ein Zine?

Ein Zine (ausgesprochen wie das englische zeen, abgeleitet von magazine) ist eine selbstgemachte, in kleiner Auflage hergestellte Publikation. Kein Verlag, kein Lektorat, kein Budget — nur eine Idee, Papier und der Wille, etwas in die Welt zu bringen.

Zines entstanden in der amerikanischen Science-Fiction-Fan-Szene der 1930er Jahre, als Fans begannen, ihre eigenen kleinen Hefte zu drucken und untereinander zu verteilen. Später wurden sie zum Sprachrohr von Subkulturen, Punk-Bewegungen und queeren Communities — überall dort, wo Menschen etwas zu sagen hatten, dem kein Mainstream-Medium eine Plattform geben wollte.

Was ein Zine ausmacht, lässt sich kaum starr definieren. Das gehört zum Wesen der Sache und soll so sein. Es kann eine handgeschriebene Gedankensammlung sein, ein selbst illustriertes Mini-Comic, ein Rezeptheft, ein Reisetagebuch oder eine detaillierte Hobbyanleitung und so weiter. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Die einzigen Gemeinsamkeiten: sie sind selbst gemacht und zumeist in geringen Auflagen verfügbar.

Zines können von einer oder auch mehreren Personen in jeder Größe hergestellt werden. In der Mitte gefaltet, gerollt, zweimal gefaltet… Das klassische Zine-Format ist allerdings kein Zufall: A4 oder A3, also genau das, womit Drucker und Fotokopierer gut umgehen können. Gefaltet, getackert, fertig.

Ein Zine darf roh sein. Es darf unvollkommen sein. Das ist keine Schwäche sondern macht den Charme aus.

Zine-Glück & edition kreisrund

Die entzückenden bewegten Illustrationen und Filmchen von Claudia kennen vielleicht einige? Hier geht es zu Claudias Blogpost mit noch einer viel besseren Erklärbär-Erklärung zum Thema Zines. Und das beste: Claudias Zine Das blaue Krokodil kann als Auftakt zur Edition Kreisrund herundergeladen und ausgedruckt werden!
Wie cool ist das!

Meine Idee: Farben sammeln über einen Tag

So nach und nach hatte sich in meinem Kopf folgendes Konzept für mein erstes Zine gebildet:
Thema: Farben, die ich an einem Tag sehe.
Format: Quadratisch
Seitenzahl: 12 Innenseiten.

Soweit so gut. Klang für mich überschaubar. Die Teufelchen stecken wie immer im Detail bzw. in der Wiederholung. Aber dazu kommen wir später.

Ich wollte die Farben meines Tages in Wasserfarbklecksen festhalten. Was bedeutete: Die Kopiervorlage musste auf Aquarellpapier entstehen. Und die Kopiervorlage sollte nicht zu klein sein. A3 Papiere mussten her.
Die Wasserfarbenkleckse habe ich aus dem Buch *One Color a Day* von Courtney Cerruti gemopst.
Erfahrene Blogleserinnen kennen das Blogpostformat 12 von 12 wahrscheinlich. Die Dokumentation eines Tages in 12 Bildern. Am 12ten jeden Monats festgehalten im Blog. Ich brauchte also ein Zineformat mit 12 Innenseiten. Pro Seite ein Farbklecks. Auch das war nicht so schwer umzusetzen.
Aber mit dem quadratischen Format hatte ich mir eine Menge Extraaufwand eingehandelt.

Der Dummy: Eine unverzichtbare Hilfe

Es gibt keine vorgeschriebene Zine Form. Alles ist erlaubt. Das bekannteste Zine-Format besteht aus einem einzigen gefalteten und geschnittenen Bogen. In der Atelierhaus Bibliothek habe ich einige Videos zu Zinefaltungen für die Mitglieder hinterlegt und im Internet wimmelt es nur so von Anleitungen für diese kleinen Falthefte.
Ich empfehle immer, eine Probefaltung zu machen, besonders, wenn frau zum ersten Mal herausfindet, welche Seite wohin gehört und wie herum.

Für mein Zine habe ich zwei klassische Einblatthefte nebeneinander geklebt.

Durchnummerieren der Seiten ist sehr hilfreich!

Ich habe meinen Dummy öfter gebraucht, als mir lieb war. Und trotzdem habe ich ein Feld falsch angepinselt. Was mich dazu zwang, die Kopiervorlage auseinanderzuschneiden und neu zusammenzupuzzeln…

Wasserfarben lassen sich leider nicht mal eben in einen normalen Alltags-Tag mit Mistwetter integrieren. Also habe ich meine Farbvorlagen zunächst digital gesammelt — ähnlich wie beim 12-von-12-Tag — und sie später in Wasserfarben umgesetzt. Auf zwei Bögen. Das hat für mich funktioniert, auch wenn es ein Umweg war.
Ich kann mir das aber durchaus auch mit Buntstiften oder Collageschnippseln vorstellen…

Welches Blau hat meine Zahnpasta?

Auf zwei Bögen sah das dann so aus.

Die kurzen Texte zu jeder Farbe habe ich eingetippt und auf dünnem Papier ausgedruckt.

Und dann — ganz im analogen Zine-Geist — mit Klebestift aufgeklebt. Das war tatsächlich mein Lieblingsteil. Es hat etwas sehr Befriedigendes, Dinge physisch zusammenzusetzen.

Hatte ich schon erwähnt, wie nützlich so ein Dummie ist? Hier ist das falsch gepinselte Feld zu sehen… also die Vorlage noch mal auseinanderschneiden und neu zusammenpuzzeln.

Kopieren: Teurer als gedacht, schlechter als erhofft

Um ein wenig Geld zu sparen, mache ich Fotokopien zumeist in Deutschland. Das ist einfach viel zu teuer hier in Kopenhagen. Ich musste aber feststellen, dass die Preise ordentlich angezogen haben. Der Besitzer meines Stamm-Kopierladens in Kassel hat das auch bestätigt. Die Preise für Papier sind wahnsinnig gestiegen in den letzten Jahren.

Auch war ich überhaupt nicht glücklich mit der Farbwiedergabe… alles viel zu hell und total verfälscht — genau das Gegenteil von dem, worum es in diesem Zine ging. Hätte ich mehr Zeit gehabt, wäre ich noch woanders hingegangen und hätte eine andere Maschine probiert. Na ja. Erfahrungswerte für das nächste Mal.

Der größte Fehler: Keine Passermarken

Hier kommt der eigentliche Kapitalfehler. Ich hatte auf meiner Kopiervorlage Bleistiftmarken eingezeichnet, an denen ich mich beim Schneiden orientieren wollte. Das quadratische Format gibt ja Schnitte vor. Die Kopiermaschine hat sie verschwinden lassen.

Das Ergebnis: Ich musste für jedes einzelne Blatt supergenau nachmessen, nachzeichnen und schneiden — damit die Knicke mit meinen Feldern übereinstimmten. Bei zwei oder drei Exemplaren: kein Problem. Bei zwanzig Stück: eine geduldsprüfende Angelegenheit.

Mein bestes Werkzeug dabei? Meine *Patchwork-Lineale*. Die sind auch bei Papierarbeiten unschlagbar.

Ich habe mich also durchgefriemelt und unter viel gefluche meine Zines fertiggestellt.

Name und Nummer drauf – fertig!

Und dann habe ich mir noch einen Kasten auserkoren, in dem nun meine Zinesammlung wohnt. Die allermeisten Zines stammen von den Mitgliedern der Atelierhaus-Zine-Tauschgruppe.
Es ist so toll, zu sehen, wie unterschiedlich alle ans Thema herangehen.
Ich werde ein weiteres Zine anfertigen, sobald ich eine Idee habe. Ich denke, das quadratische Format werde ich mir nochmal vornehmen… das muss doch schneller und besser gehen!

Ein dickes Dankeschön an alle Zinegruppenmitglieder, die ihre kleinen Minibüchlein in der Frühlingsrunde verschickt haben!

Wenn du auch Zines machen möchtest — in der Buch- und Papierwerkstatt im Atelierhaus findest du Anleitungen für Faltbücher und Zines, vom einfachen Basis-Faltbuch mit 6 Seiten bis zum 16-seitigen Faltbuch. Und natürlich auch jede Menge Anregungen für die Gestaltung der Seiten. Und wenn du Mitglied wirst, kannst du im Frühjahr und Herbst auch bei der Zine-Tauschgruppe mitmachen.

Ab 1. November sind die Türen vom Atelierhaus wieder offen!

Das Atelierhaus ist mein virtuelles Atelier — ein Ort für alle, die regelmäßig kreativ arbeiten möchten, aber manchmal nicht wissen, womit sie anfangen sollen, sich Unterstützung wünschen oder einfach Lust haben, neue Techniken auszuprobieren.

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Hej! Ich bin Kristina, Künstlerin und Bloggerin. Ich horte Papier und Stoffe. Mein Herz schlägt für Siebdruck, Stempelschnitzen, Büchermachen, Collagen und Mixed Media. Hier schreibe ich über das, was ich tue und darüber, was ich denke, während ich tue was ich tue. Und ich zeige euch meine Stadt Kopenhagen.

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Im Interview. Low-Tech-Siebdruck

Ich spreche mit Roberta Bergmann vom Podcast „Der kreative Flow“ über meine Erfahrungen als Künstlerin und Workshop-Leiterin in Kopenhagen. Es geht um die Herausforderungen und Freuden des kreativen Schaffens, die verschiedenen Techniken des Siebdrucks und die Veröffentlichung meines Buches.

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