Während unserer Amsterdam-Reise hatte meine Schwester die Gelegenheit genutzt und ein paar Tage Workation in Kopenhagen eingelegt. Neben der Arbeit stand noch ordentlich Programm auf ihrer Liste, unter anderem auch mindestens eine Kreativ-Aktivität. Workshops oder Kurse zu buchen, wenn man nur wenige Tage in einer Stadt ist und dementsprechend kurzfristig planen muss, ist gewöhnlicherweise nicht so einfach. In Kopenhagen gibt es allerdings (mindestens) einen Ort, wo das sehr gut klappt.
Das Folkehuset Absalon in Kopenhagen ist ein Veranstaltungszentrum, welches von Gastronomie, über Musik, Märkten und anderen Kulturevents auch eine große Auswahl an unterschiedlichsten Kreativkursen bietet. Es gibt Kurse über mehrere Wochen, aber auch viele Einzeltermine, die sich ganz bequem Online oder vor Ort an der Bar buchen lassen.

Einen Keramik-Kurs hat meine Schwester besucht. Die am Kurstag angefertigten Werke können nach 3-4 Wochen abgeholt werden. Und deswegen habe ich mich aufgemacht nach Vesterbro.

Ein wenig nostalgisch war mir dann schon zu Mute, als ich mein Fahrrad vor dem Gebäude angeschlossen hatte. Vesterbro, der Sønder Boulevard und speziell die Gegend rund um das Absalon war in den ersten Jahren nach unserem Umzug nach Kopenhagen die Gegend, wo ich mehrmals täglich unterwegs war. Oskars Kindergarten bzw. Kita befand sich nämlich in der zum Kulturzentrum umfunktionierten Gebäude.

Die Absalons Kirke wurde 1933–1934 gebaut und war Teil der dänischen Volkskirche. Benannt wurde sie nach dem mittelalterlichen Bischof und Stadtgründer Kopenhagens, Absalon.

Sinkende Nutzung und veränderte religiöse Gewohnheiten in der Bevölkerung führten dazu, dass die Kirche schließlich 2014 geschlossen wurde. Das Gebäude ging anschließend an eine kirchliche Stiftung, die es zum Verkauf ausschrieb.

Gekauft wurde das Gebäude von Lennart Lajboschitz ins Spiel – der Gründer der dänischen Ladenkette Tiger, später Flying Tiger Copenhagen. Er kaufte die ehemalige Kirche und hatte die Idee, daraus keinen klassischen Kulturtempel und auch kein Restaurant zu machen, sondern ein modernes Volkshaus. 2015 wurde das Folkehuset Absalon eröffnet.

Das Konzept lässt sich am besten mit „verlängertes Wohnzimmer“ beschreiben: Man kommt nicht primär wegen eines einzelnen Events, sondern um mit anderen Menschen zusammen zu sein. Absalon selbst beschreibt sich als Ort für Gemeinschaft – mit Essen, Spielen, Musik, Tanz, Yoga, Workshops, Vorträgen und vielem mehr. Nach eigener Angabe finden inzwischen rund 100 Veranstaltungen pro Woche statt.

Ich mag die Programmplakate so gerne, die aussen an der Fassade hängen. Ganz oft Collagen und fast immer bunt!

Das Programm ist wirklich extrem vielseitig.

Die ursprüngliche Architektur der Absalon Kirke blieb weitgehend erhalten. Die hohen Räume, die großen Rundbogenfenster und die Grundstruktur des ehemaligen Kirchenraums sind weiterhin deutlich erkennbar. Eine sakrale Nutzung findet, soweit ich weiß, nicht mehr statt.
Der große Saal ist das Herzstück des Folkehuset. Hier sind alle jederzeit willkommen. Es herrscht kein Verzehrzwang – ich bin damals oft mit den Jungs einfach nur für eine Runde Tischtennis oder ein Päuschen dort gewesen.

So nämlich.

Ich finde das super: Die soziale Funktion der Kirche bleibt erhalten, während sich ihr Inhalt verändert. Die Menschen kommen weiterhin zusammen – nur nicht mehr zur Messe.
Das Danish Architecture Center beschreibt Absalon deshalb als eine Art Wiedergeburt des Kirchengebäudes als Gemeinschaftszentrum.

Der Künstler Tal R hat die kräftige Farbwelt geschaffen, die Absalon heute so unverwechselbar macht. Die bunten Wände stehen bewusst im Kontrast zur eher traditionellen Backsteinarchitektur außen.

An der Bar hängt eine Sammlung von weiteren Programmplakaten – ich könnte die allesamt klauen!

Das geht natürlich nicht, aber es gibt Postkarten! Davon nehme ich ein paar mit. Ich gehe dann ins Seitengebäude, wo sich im obersten Stockwerk statt der Kitaräumlichkeiten nun eine große Keramikwerkstatt befindet.

Wie oft bin ich hier mit dem damals noch kleinen Oskar in Gummistiefeln und Matschanzug die Treppe hoch- und runtergelaufen…

Da ich aktuell ja einen Fokus auf Handlettering und Buchstaben habe, ist das Absalon eine wahre Fundgrube für Inspiration diesbezüglich.

Da, wo früher der Garderobenbereich des Kindergartens war, stehen jetzt die Regale mit den fertigen Werken der Kursteilnehmer*innen und die Brennöfen.

Den Rest der Werkstatt muss ich mir bei nächster Gelegenheit mal anschauen. Vielleicht mache ich mal einen Kurs mit? Ich hätte allerdings auch Lust auf Tufting… na, mal schauen.

Jede*r Teilnehmer*in kennzeichnet die Werkstücke mit Namen und die Farbnummer. Diese werden dann vom Personal glasiert und gebrannt und können dann zu bestimmten Zeiten abgeholt werden.

Gefunden!

Wieder zuhause, gehe ich an mein Bücherregal und blättere durch das Absalon-Buch, welches ich mir vor ein paar Jahren gekauft hatte.

Ich mag den Stil einfach zu gerne! Das muss ich nochmal nachlesen, bin aber ziemlich sicher, dass (zumindestens in den ersten Jahren) die Tochter des Eigentümers, Rebecca Lajboschitz, für die Gestaltung der Poster, Flyer u.s.w. verantwortlich ist. Hier geht es zu Rebeccas Instagram.

„Mmm… Zimtschnecke. Wie das Wiedersehen mit einem alten Freund“.
Ich habe mich an dem Tag zwar nicht mit Gebäck und Kaffee in den Saal gesetzt, es war aber trotzdem schön, mal wieder im Absalon gewesen zu sein. Dieser Ort fühlt sich für mich auch irgendwie an, wie ein alter Bekannter aus vergangenen Tagen. Und diese Freundschaft kann dringend aufgefrischt werden!

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Hej! Ich bin Kristina, Künstlerin und Bloggerin. Ich horte Papier und Stoffe. Mein Herz schlägt für Siebdruck, Stempelschnitzen, Büchermachen, Collagen und Mixed Media. Hier schreibe ich über das, was ich tue und darüber, was ich denke, während ich tue was ich tue. Und ich zeige euch meine Stadt Kopenhagen.

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Ich spreche mit Roberta Bergmann vom Podcast „Der kreative Flow“ über meine Erfahrungen als Künstlerin und Workshop-Leiterin in Kopenhagen. Es geht um die Herausforderungen und Freuden des kreativen Schaffens, die verschiedenen Techniken des Siebdrucks und die Veröffentlichung meines Buches.

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