Für den Sommer hab ich mir den Handletter Hero Kurs von Marenthe gegönnt im Sale. Auch wenn die Live Begleitung direkt in unseren Urlaub fiel. Daher bin ich in die Ferien gestartet mit einer Kreativ-Tüte mit einer lose-Blatt-Sammlung und ein paar kleineren Notizheften und einer Tüte mit Stiften und Schere und Kleber. Ich hatte mir zuvor ein paar auf Instagram gepostete Ergebnisse angeschaut und Dinge zusammengepackt, von denen ich dachte, dass ich sie eventuell im Urlaub gebrauchen könnte.

Ab und zu habe ich es geschafft, ein paar Übungen der Warm-Up Woche zu machen. Auf einzelnen Blättern. Ich habe wirklich Probleme damit, in festgebundenen Skizzenbüchern oder Journals zu arbeiten. Ich meine dann immer, das Buch als ganzes konzeptuell/inhaltlich/chronologisch anlegen zu müssen. Das kann ich nicht mit meinem Eichhörnchengehirn. Zu viel von Projekt zu Projekt gehüpfe.
Also erst lose Blätter, dann Buch. Vielleicht Buch. Egal. Hauptsache machen.

Unterwegs im Auto gekrizzelt.

Und zwischendurch am Tisch.


Wenn wir uns mit bestimmten Dingen beschäftigen, verändert sich auch die Wahrnehmung und wir sehen auf einmal überall Beispiele, die mit unserem Thema zu tun haben. Das kennt ihr bestimmt auch.
Meine Urlaubsfotos sind entsprechend buchstabenlastig ausgefallen, auch wenn ich nicht so viel am Kurs gearbeitet habe tagsüber. Und auch Collagematerial kommt irgendwie immer zu einem, ohne dass da größere Anstrengungen unternommen werden müssen.
In unserer Hausboot-Unterkunft fand sich ein Fashion Magazin in einer der Küchenschubladen. Wahrscheinlich von einem unbekannten Vormieter dortgelassen. Kaum zerlesen und nur auf der Rückseite etwas verbeult von Wasserkontakt.

Ein schönes Format und sehr hochwertig hergestellt mit genähten Seiten und guter Papierqualität. Habe ich mir erstmal eingesteckt. Es gibt nicht viele Dinge, die mich weniger interessieren, als Mode, aber wie gesagt, das Papier ist super.
Beim Durchblättern habe ich dann gesehen, dass es sich leider um die letzte gedruckte Ausgabe des Garment Magazines handelt. Das Amsterdam Fashion Institute gibt seine Magazine zukünftig online heraus. Oder hat aufgehört damit? Ich weiß grad nicht.. Schade, schade…

Ursprünglich wollte lediglich das Papier für neue Bücher mit gemixten Papierseiten verwenden. Im Atelierhaus Archiv habe ich eine ganze Reihe von Videos und Workshopaufzeichnungen zur Herstellung von Art-Journals aus unterschiedlichen Papieren für meine Mitglieder eingestellt und wir machen auch immer mal neue Bücher und Hefte in den Workshops.
Irgendwann habe ich mich allerdings entschlossen, doch direkt im Heft zu arbeiten und das Garment Magazin als mein Handletter Hero Arbeitsbuch zu nutzen.

Ich mag jetzt nicht zu viele Details des Workshops hier ausbreiten, das wäre Marenthe gegenüber nicht fair. Aber Collagebuchstaben sind Teil einer der Warm-Up Übungen und natürlich gilt auch hier: Ausgeschnippelt und gesammelt sind sie schneller, als aufgeklebt.

Und irgendwann flogen dann immer mehr Buchstabenschnipsel in meiner Handletter-Hero-Kreativ-Tüte rum und machten sich selbstständig. Deshalb habe ich aus einem ins Format gebrachten Page Protector von Project Life (macht das noch irgendjemand oder hat das mal jemand von euch gemacht?) eine Tasche hinten ans Magazin angebastelt, wo der Buchstabensalat jetzt wohnt. Ich hatte mal eine Phase, wo ich ganz dringend der Meinung war, das ich unbedingt Project Life Scrapbooks machen müsste und habe noch eine riesige Anzahl von eben diesen sehr hochwertigen Einsteckfolien mit Unterteilungen rumliegen.
Jetzt habe ich eine Folie weniger rumliegen, immerhin, höhö.


Meine Übeblätter habe ich dann nach und nach eingeklebt. Auch wenn es jetzt hier und da etwas wellig ist. Der Zettel fliegt nicht mehr rum und wird untergewühlt.

Wieder eine Doppelseite fertig.


Wie es hier weitergeht, weiß ich noch nicht.




Wenn man schreiben lernen will, muss geübt werden. Meine Challenge: WAS soll ich denn schreiben? Spontan fiel mir immer nix ein, dann bin ich dazu übergegangen, mir aus jedem Kapitel des Kurses die für mich wichtigen Infos rauszuschreiben und die dann ins Buch zu kleben. Oder direkt auf der Seite zu arbeiten. Ist ja mein Workbook. Die Download PDFs, die zum Kurs dazugehören sind auch im Buch, sobald ich ein Kapitel fertig durchgearbeitet habe.

Hell auf Dunkel zu schreiben ist nervig…

Und dann fand ich es manchmal sehr spannend, wenn ich auf bereits Vorhandenes auf den jeweiligen Seiten reagieren konnte.

Die schwarze Schrift habe ich übermalt und dann meinen Text drübergeschrieben.

Gesso und Tipp-Ex sind meine Freunde.


Dünn aufgetragen funktioniert das ganz gut mit dem Schreiben und Zeichnen. Die Zahlen habe ich in einem Buch gefunden und abfotografiert. Als Vorlage auf dem Telefon und dann frei abgezeichnet.


Das schwarze Gesso von Golden liebe ich. So fein und matt und deckend! Und leider auch so teuer…



Auf der letzten Seite im Magazin die Schlussworte der Redaktion. Oder ein Anfang?
Ich bin immer noch mit den ersten Kapiteln der zweiten Woche des Kurses beschäftigt. Und es wird langsam weitergehen. Aber stetig. Zeile für Zeile. Weil ich diesen wunderbaren Kurs wirklich durcharbeiten möchte. In meinem Tempo.
In den nächsten Wochen hat das Atelierhaus nämlich Priorität. Die Türen öffnen sich ab 1. November wieder für neue Mitglieder und der Monat hat es auch direkt in sich mit extravielen Workshops. Wir binden ein oder mehrere Bücher und Hefte im Wabi Sabi Patina Shabby Chic Stil und ich muss die Inspirationen und die Materialinfos hochladen damit wir alle in die Workshops starten können. Live per Zoom mit mir und anderen Mitgliedern gemeinsam oder flexibel ab nachmittags mit den Aufzeichnungen.
Vielleicht sehen wir uns ja dort?
Ab 1. November sind die Türen vom Atelierhaus wieder offen!
Das Atelierhaus ist mein virtuelles Atelier — ein Ort für alle, die regelmäßig kreativ arbeiten möchten, aber manchmal nicht wissen, womit sie anfangen sollen, sich Unterstützung wünschen oder einfach Lust haben, neue Techniken auszuprobieren.
Es gibt Kurse und Workshop-Aufzeichnungen zu Buchbinden, Collage, Mixed Media, Patchwork, Druck, Farbe und mehr — alles in Ruhe, in deinem eigenen Tempo, wann es dir passt. Dazu kommen mehrmals im Jahr Live-Workshops, bei denen wir gemeinsam in Echtzeit arbeiten.
Und wenn du möchtest, ist da auch eine Community: Menschen, die ihre Zines verschicken, Stoffe tauschen, Bücher binden und sich gegenseitig zeigen, was gerade auf dem Arbeitstisch liegt. Wenn du lieber für dich arbeitest, ist das genauso willkommen — alles ist möglich..
Das Atelierhaus öffnet einmal im Jahr. Der nächste Termin ist der 1. November.




