Abendspaziergang auf Kreta – an evening walk

Ein weiterer Kreta Spaziergang. Ach, könnten wir uns doch einfach und klimaneutral an unsere Wunschorte beamen… das wär was! Nur mal kurz in das Wasser hüpfen oder eine Runde durch das Dorf drehen… das wäre schön.

So aber müssen die Bilder genügen. Ich möchte euch an dieser Stelle ganz herzlich zum zweiten Monatsspaziergang hier auf dem Blog einladen. Ich habe mich ganz doll gefreut, dass sich beim letzten Spaziergang einige von euch beteiligt haben. Vielleicht hattet ihr ja bereits Gelegenheit, eine kleine oder grössere Wegstrecke, die ihr in diesem Monat zurückgelegt habt, fotografisch zu dokumentieren?
Am 21. August sammele ich eure Beiträge und erstelle eine Linkliste. Mitmachen können alle Blogbesitzer*innen und Instagramer*innen unter #monatsspaziergang und #monatsspaziergangimaugust. Ich verlinke dann auf euren Instaaccount.

Wie es geht, könnt ihr hier lesen.

Zu der kleinen Kapelle wollen wir laufen.

Granatäpfel in the making…

Dieses Bild hängt in unserem Ferienhaus. Die beiden Frauen sind Verwandte unseres Vermieters. Er erzählte uns bei unserer Ankunft, dass die untere Etage des Hauses, wo sich heute Küche, Wohnzimmer und ein Bad befinden, ursprünglich als Stall für Esel und Ziegen genutzt wurde. Die Familie lebte über dem Stall. Küche, Wohnzimmer und ein Zimmer zum Schlafen für 6 Personen…
Während wir gemütlich durch die karge, verdorrte Landschaft wandern, muss ich darüber nachdenken, wie sich der Alltag der Menschen wohl damals gestaltet hat. Harte Arbeit, ein Leben ohne Komfort wie fliessendes Wasser und Strom. Ärztliche Versorgung? 

Und immer wieder Olivenölbäume…
Viele von den Exemplaren, die wir so gesehen haben, sind bestimmt schon mehrere hundert Jahre alt. Nach ca. 20 Jahren (bei den ursprünglichen Sorten) lohnt sich die Ernte.
Olivenöl ist ein wichtiges Exportgut der Insel. Durch Verbesserung des Anbaus und der Züchtung ist die Phase der Unproduktivität auf 4-5 Jahre minimiert worden, so dass der Olivenbaum-Anbau auch für viele Kleinbauern noch attraktiver geworden ist.

Hier habe ich übrigens noch einen ganz interessanten Artikel über “Kretas Landwirtschaft gestern und heute” gefunden.

Ganz ganz leise konnten wir das Glöckchengebimmel der Herde hören. Die Schafe haben es abends eilig und scheinen genau zu wissen, wohin sie wollen- wahrscheinlich werden sie irgendwo gefüttert … Ich habe ein wenig Schafskunde im Internet betrieben: So hübsch die kretischen Schafherden auch anzusehen sind, für die Natur sind Schafe und Ziegen (so sie denn in größeren Mengen vorkommen) ein Problem. Die ursprünglichen Wälder, die große Teile der Insel bedeckten, sind den Menschen ja schon längst zum Opfer gefallen. 
Durch Fördergelder der EU (die der jeweilige Landwirt ab einer Stückzahl von 50 Schafen beantragen kann) ist der Tierbestand seit dem EU Beitritt des Landes stark gestiegen. Schon lange reicht die Vegetation der Flächen nicht mehr aus, um alle Schafe zu ernähren und es muss mit importiertem Futter ergänzt werden.
Ohne schützende Pflanzendecke aber wird der Boden immer stärker abgetragen und das nackte Gestein kommt zum Vorschein.

Vielleicht möchtet ihr folgende Artikel zu dem Thema Lesen: “Invasion der Schafe und Ziegen” oder “Leben mit Schafen”

Apropos Gestein. Wie man hier sehen kann, war da vor zigmillionen Jahren mächtig was los im Gestein…

Die teilweise recht bizarr geformten Stämme der Ölbäume hätten wir zu hunderten ablichten können. Dieses Exemplar hier fanden Frank und ich beide fotografierenswert. Das obere Bild ist von ihm, das untere von mir. Klassisches Landschaftsformat mit Spiegelreflex bzw. Panorama hochkant mit Iphone…

Einige Johannisbrotbäume habe ich auch gesehen. Dieser hier hat noch frische, grüne Schoten. Später werden sie dann dunkelbraun und hart. Ein paar getrocknete Schoten habe ich als Souvenir mitgenommen.
Wusstet ihr, dass die für Diamanten verwendete Gewichtseinheit “Karat” sich auf die Samen des Johannisbrotbraums bezieht? In der Antike dienten die Samen als Wägeeinheit. Das habe ich auf Wikipedia gelesen.

Unser Dörfli…!

Bevor die Sonne dann untergegangen war, sind wir wieder bei unserem Haus am Dorfrand angekommen…

Dieser Urlaubsfotospaziergang stammt noch aus dem Juli. Die Fotos von den neugierigen Schafen und von den Olivenbäumen hat mein Mann gemacht. Leider konnte ich ihn bislang noch nicht dazu überreden, einen Fotoblog zu starten… 🙂
Für den Augustspaziergang nehme ich euch wieder mit nach Kopenhagen. Mal sehen, welche Ecke mir vor die Linse kommt…
Noch einmal die herzliche Einladung an euch, eure Fotospaziergänge am 21. August hier im Blog zu verlinken- wie es geht, lest ihr hier.

Ich freue mich auf eure Beiträge!

Kristina

7 Responses

  1. Ein wundervoller Spaziergang, der uns mitgenommen hat ins Kreta-Feeling. Danke, liebe Kristina!
    Herzlich, Chris
    chriscollet.com

  2. Was für ein interessanter Spaziergang… Meine ersten uralten Olivenbäume habe ich vor Ewigkeiten in Israel gesehen…, dann in der Toscana, wo wir in einem alten Olivenhain wohnten. Ha, und einen großen Kanister kretischen Olivenöls teilen wir gerade flaschenweise mit lieben Menschen… LG Ghislana

  3. diese alten olivenbäume sind einfach hinreißend! sie wären tatsächlich ein grund für mich, mal wieder in den süden statt immer nur in den norden zu reisen.
    schöne bilder und gute infos!
    liebe grüße
    mano

  4. Liebe Kristina,
    Wieder tolle Fotos, die Lust auf einen Besuch der Insel machen. Umso mehr, als ich gerade eben einen dort spielenden Krimi gelesen habe. Und eine Freundin seit Jahren hin fährt. Mal sehen, was unsere Rail and Drive Reise in die Schweiz spaziergangmäßig hergibt. Bis dahin liebe Grüße aus Graz heike

  5. Liebe Kristina, wieder einmal wunderschöne Impressionen und interessante Infos! Ich kann gut verstehen, dass du noch immer von diesem Ort träumst, dort gerne wieder eine Runde drehen würdest. Danke, dass du die Bilder mit uns teilst. Liebe Grüße, Theres

  6. Kretisches Olivenöl ist sehr lecker und als wir damals dort waren, wurde noch alles produzierte selber verbraucht. So unglaublich bizarre und alte Bäume!
    Das die Zahl der Schafe und Ziegen so zugenommen hat, dass es zu einem Problem wurde/wird, wusste ich gar nicht.
    Hm, ob man da Alpen und Mittelmeer über einen Kamm geschnitten hat?
    Dein Mann sollte unbedingt einen Foto log anfangen. Dranbleiben 🙂
    So was kann einfach etwas für sich selber sein und ganz ohne Zwang. (besser bloggen, wirklich wie ein eigenes Tagebuch) als Insta. Er kann ihn sogar zugangsbeschrånken
    Danke für s mitnehmen. Dein Termin steht schon im Kalender und ich hoffe, die Hitze hält mich nicht vom vorgenommenen Thema ab
    Liebe Grüße
    Nina

    1. Tja, nicht jedes Problem lösst sich mit einer Standardrezeptur lösen…Europa ist gross und Brüssel weit weg. Ich hoffe, es findet sich bald einen andere Möglichkeit, die kleinen Landwirte auf Kreta zu unterstützen.
      Ich würde mich freuen, wenn Du wieder dabei wärst- deine Blumenmakros waren sehr schön!
      LG Kristina

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Kristina, artist, maker, paper and fabric hoarder from Germany. Living with my family in Copenhagen, Denmark. “Am liebsten Bunt” can be translated to “preferably colorful”. Painting, sceenprinting, stampcarving, collagemaking, sewing and making journals are some of the things I do and that come together in my art.

Welcome to my studio blog!

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