Gouachekämpfe – trying to paint plums

Kann mir grad mal jemand sagen, wo der August abgeblieben ist? Schon fast wieder rum, der Monat. Menno, kannst Du nicht bitte noch ein wenig bleiben, lieber Sommer? Ok. Ganz so warm muss es jetzt nicht sein und Regen bitte einfach Nachts- das wäre super!

Can someone please tell me where August went? Almost over it is. Can you please stay a little longer, dear summer? OK. It doesn’t have to be that warm now and please just rain at night – that would be great!

Den Garten von meiner Mutter haben meine Großeltern angelegt und so lange es ging, intensiv genutzt. Ein typischer Selbstversorgergarten war das damals. Mit einem großen Gemüse- und Erdbeerbeet, Beerensträuchern und vor allem vielen Obstbäumen.
Es gab Süß-und Sauerkirschen, Äpfelbäume, Plaumen- und Zwetschgen, einen großen Aprikosenbaum, ein Walnußbaum und sogar weiße Pfirsiche.

The garden at my mother`s place was  planted by my grandparents. They used it intensively for as long as possible. It was a typical self-sufficient garden back then. With a large vegetable and strawberry bed, berry bushes and, above all, many fruit trees.
There were sweet and sour cherries, apple trees, plum trees, a large apricot tree, a walnut tree and even white peaches.

Mein Opa hat sich neben der schwereren Arbeit wie Umgraben und Mist rankarren als Dünger besonders um die Bäume gekümmert. Die meisten trugen mehrere verschiedenen Sorten
Früchte. Das ist lange her.
Nach dem Tod meines Opas hatte meine Oma nur noch ein kleines Beet im Garten. Das Obst, welches die Bäume und Sträucher weiterhin jedes Jahr geliefert haben, wurde natürlich auch verarbeitet. In den ersten Jahren war es auch regelmässig zu viel und meine Oma hatte ein wenig Stress, die Früchte unter`s Volk zu bringen. Die Aprikosen waren bei mir zumindestens nicht so beliebt… Die Idee, dass Obst einfach hängen zu lassen, behagte ihr aber auch nicht… ich weiß nicht genau, ob aus diesem Grund einige der Bäume gefällt wurden. Damals war ich nicht am Garten interessiert.
Übrig geblieben sind nun noch 2 Pflaumenbäume, ein Zwetschgenbaum, 3 Apfelbäume und einer der großen Kirschbäume.

In addition to the heavier work such as digging and carting up manure as fertilizer, my grandfather took particular care of the trees. Most carried several different varieties of
Fruit. That was long ago.
After the death of my grandfather, my grandmother only had a small bed in the garden. The fruit that the trees and bushes continued to deliver every year was of course also processed. In the first few years it was regularly too much and my grandmother had a little stress getting the fruit out to the people. At least I didn’t like the apricots that much… She didn’t like the idea of just leaving the fruit hanging either… I don’t know exactly if that’s why some of the trees were cut down. At that time I wasn’t interested in the garden.
What’s left are 2 plum trees, a plum tree, 3 apple trees and one of the large cherry trees.

Über viele Jahre wurde der Garten und die übriggebliebenen Bäume- mittlerweile ca. 60 jahre alt- vernachlässigt. Wir haben selten und wenn, dann nicht fachgerecht, mal hier mal da dran rumgesägt. Groß sind sie geworden- und beide Pflaumenbäume und einer der Äpfelbäume werden früher oder später einem Sturm zum Opfer fallen. Einige Äste leben aber noch und tragen auch Früchte. Und die schmecken gut! Ein paar Eimer voll haben wir geerntet Anfang August. Auch die Nachbarn haben sich versorgt.

For many years the garden and the remaining trees – around 60 years old now – were neglected. We rarely cut some branches of here and there. They have grown big – and sooner or later both plum trees and one of the apple trees will fall victim to a storm. But some branches are still alive and bearing fruit. And they taste delicious! We harvested a few bucketfuls at the beginning of August. The neighbors have taken fruits for themselves too.

Wir alle essen nicht so viel Marmelade, deshalb habe ich zwei fixe Kuchen gebacken und einen großen Topf Pflaumengrütze gekocht. Was nicht sofort gegessen wurde, kam in den Gefrierschrank. Wenn ihr “Dänische Pflaumengrütze” auf Chefkoch googelt, findet ihr das Rezept. Ich hatte keine Zimtstange und keine Biozitrone, also hab`ich gemahlenen Zimt und Saft aus der gelben Plastikzitrone genommen – Lecker!

We all don’t eat that much jam, so I made two firm cakes and made a big pot of plum compote. Anything not eaten immediately went into the freezer. If you google “Dänische Pflaumengrütze” on Chefkoch.de you will find the recipe. I didn’t have a cinnamon stick or organic lemon, so I used ground cinnamon and juice from the yellow plastic lemon – Yummy!

Eine große Dose Pflaumen haben wir mitgenommen nach Hause. Ich habe sie in meinem Skizzenbuch verewigt. Besser gesagt, ich bin noch dabei… ich merke doch, dass meine malerischen Fähigkeiten, was naturalistische Darstellung angeht, merklich gelitten haben. Und ich kämpfe mit den Gouachefaren. Als passionierete Acrylmalerin fällt es mir immer noch schwer, mich mit der Tatsache zu befreunden, dass die Farben wasserlöslich bleiben und sich die Schichten beim Übermalen immer wieder anlösen… und da ich so oft korrigieren muss (meine ich zumindestens) vermatscht das ganze ziemlich schnell.

We took a large can of plums home with us. I immortalized them in my sketchbook. Or rather, I’m still in the process of doing it… I’ve noticed that my painting skills, as far as naturalistic depiction is concerned, have suffered noticeably. And I fight with the gouache paints. As a passionate acrylic painter, I still find it difficult to come to terms with the fact that the colors remain water-soluble and that the layers always come off when I paint over them… and since I have to correct them so often (at least I think so) the whole thing gets pretty muddy quickly.

Egal, dranbleiben ist angesagt. Jeden Tag ein bisschen “künstlern”, wie Oskar sagen würde. Das probiere ich gerade. Oder eigentlich ständig.  Manchmal klappt es, manchmal nicht. Das vorläufige Ergebnis meiner Plaumenstudien gefällt mir gar nicht, aber ich zeige es euch trotzdem.

Regardless, it’s important to keep at it. A little “artist session” every day, as Oskar would say. I’m trying that right now. Or actually all the time. Sometimes it works, sometimes not. I don’t like the preliminary result of my plum studies at all, but I’ll show it to you anyway.

Während ich so vor mich hinpinselte und grummelte, dachte ich darauf herum, mich mal über das Veredeln von Obstbäumen schlau zu machen. Vielleicht lassen sich ja ein paar Zweige wieder zu neuen, kleineren Bäumen zusammenbasteln? Hat jemand Erfahrung damit?

Ich bin dann mal weg, Pflaumenmalvideos suchen…

While I was painting and grumbling, I thought about learning about grafting fruit trees. Maybe a few branches can be put back together to form new, smaller trees? Does anyone have experience with it?

I’ll be off looking for plum painting videos…

6 Responses

  1. Liebe Kristina, so eine schöne OmaOpaObstbaumgeschichte und wie lecker deine Kuchen aussehen. Magst du tatsächlich keine Aprikosen (für mich Marillen)? Mit Gouache habe ich keine Erfahrung…..Sei nicht so streng mit dir:-)
    Für mein Empfinden ist der August auch nur so dahingeflogen. Ich freue mich aber sehr auf den Herbst, dass es kühler wird und hoffentlich bald regnet.
    Liebe Grüße, Theres

  2. das erinnert mich so sehr an den garten meiner großeltern, der heute LEIDER von meinen eltern verkauft wurde und längst zugebaut ist. nichts mehr ist davon da. da liefen die hühner noch rum und es gab auch alle sorten obstbäume, in denen wir als kinder regelmäßig das obst plünderten und im winter kompott davon aßen. ja, versuch sie zu retten, hol dir jemanden, der sich auskennt. örtliche kleingartenvereine können da manchmal helfen. ich jedenfalls trauere dem garten noch heute nach!
    deine gouachen finde ich auch viel besser, als du es ausdrückst. aber ich kenne solche bedenken, bin ich doch bei realistischer malerei auch immer zu kritisch mit mir. die farben der pflaumen sehen doch wirklich toll aus!!
    liebe grüße
    mano

  3. Liebe Kristina,
    die Pflaumen sehen so lecker aus und die Fotos sind so schön! Ganz köstlich sind bestimmt die Pflaumenkuchen, da würde ich mir gerne ein Stück nehmen ;-). Doch ganz, ganz wundervoll finde ich die gemalten Pflaumen mit dem grünen Hintergrund.
    Liebe Grüße
    Ingrid

  4. Die Geschichte zum Obst mag ich sehr. Und deine Pflaumen auch, im Kuchen und gemalt. Ganz toll, wie du diesen kreidig-pastelligen Belag hinbekommen hast, den Pflaumen und Zwetschgen gerne haben. Sei nicht immer so hart zu dir und deinen Malkünsten. Übrigens steht in meinem Garten so ein Apfelbaum mit 5 verschiedenen Sorten. Den hat mein Bruder selbst veredelt und mir zum 40er geschenkt. Inzwischen ist er gut angewachsen und ich wurde heuer vom Bruder gerügt, ich möge ihn besser schneiden. Leider bin ich da nicht so versiert wie er. Und in Bayern wird er dir für deine Obstbäume auch nichts bringen.
    Viel Erfolg und Vergnügen weiterhin bei deinen Malversuchen und liebe Grüße heike

  5. Das ist eine sehr schöne Obstgeschichte aus deiner Familie. Es wäre schön, wenn die alten Bäume noch zu retten sind. Schade, dass es die Aprikosen nicht mehr gibt. Die Pflaumen sind sehr lecker, auch deine Studien, sei nicht so hart mit dir, aber Gouache habe ich auch gar keine Erfahrung.
    Wie gut, dass ich diese Woche schon zweimal Pflaumenkuchen von lieben Leuten hatte, da läuft mir nicht so viel das Wasser im Mund zusammen bei deinen schönen Fotos.
    Liebe Grüße…
    und ich habe überhaupt keine Lust mehr auf Hitze und Sommer, ich freue mich richtig auf den Herbst. Der Sommer kommt mir so endlos vor, auch wenn es morgens und abends schon deutlicher dunkler ist.

  6. Was für eine schöne Geschichte rund um Dein Obstbild 🙂 Diese Obsthöfe und Keller voller eingemacgtem Obst kenne ich auch noch.
    Bezüglich Veredlung: ja, man kann mehrere Apfelsorten auf eine Grundlage veredeln. Sogar ein größerer Baum kann noch neu “Fremd” veredelt werden. Ich will das auch zu gern mal lernen. Aber es ist etwas komplexer und mir fehlt simpel und einfach der Baum. Es gibt natürlich Literatur dazu. Aber ich würde schauen, ob Du nicht so einen Spezi (Pomologe) findest, der beraten bzw das machen kann. Oder es gibt jemand um Bekanntenkreis? Findet sich hier? Über Vereine? Ich finde das ganz toll!
    Deine Studien finde ich viel besser als Du selber, fürchte ich. Vor allem die unfertige mag ich sehr. Ich finde es so schwer mit “Wasserfarben” zu malen. Was da ist, ist da. Drüber geht eigentlich nicht ohne Veränderungen des Vorhandenen. Aber Du bleibst sicher dran,
    Liebe Grüße und gute Woche
    Nina

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Kristina, artist, maker, paper and fabric hoarder from Germany. Living with my family in Copenhagen, Denmark. “Am liebsten Bunt” can be translated to “preferably colorful”. Painting, sceenprinting, stampcarving, collagemaking, sewing and making journals are some of the things I do and that come together in my art.

Welcome to my studio blog!

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