Das war mal wieder fällig. Ein Mini-Frühjahrsputz für meine Nähmaschine. Die steht nämlich so gut wie immer offen auf meinem Allzweck Werkel-und Filmtisch. Da sammelt sich mit der Zeit ordentlich Staub an. Und auch die Stoffe, Papiere und das Garn hinterlassen jede Menge Staub innendrin.
Als wir im letzten Jahr im Atelierhaus gemeinsam Bücher und Journals nach Arne und Carlos gewerkelt haben, wo die Seiten mit der Maschine zusammengenäht werden, haben das einige Atelierhaus-Mitglieder, die sich selbst eher „Team Papier“ zugehörig fühlen als „Team Stoff“ zum Anlass genommen, ihre Nähmaschinen wieder herauszuholen und sich daran zu versuchen.
Die eine oder andere kleine Krise gab es zu Beginn- zum Glück haben wir viele sehr erfahrene Näherinnen dabei, die mit Tipps helfen konnten. Und das eine oder andere Aha-Erlebnis gab es dann auch, als beispielsweise nach ewigem Fadengeknäule und Gewummer der Maschine eine krumme Nähnadel als Übeltäterin identifiziert werden konnte.
Lohnt sich doch, ab und zu mal die Maschine zu checken. Die erste Frage, die immer gestellt wurde: „Wann hast du sie das letzte Mal gereinigt?“
Das hilft nämlich in vielen Fällen schon mal weiter. Als meine Maschine nach einigen Jahren (!) im Dienst anfing, zu lärmen und den Stoff nicht mehr anständig transportieren zu wollen, habe ich mir dann mal einen Schraubenziehen geschnappt und die Verkleidung der Nähmaschine abgeschraubt.
Beeindruckend!
Ich glaube, sooo viele Kommentare auf einen Instagrampost hatte ich noch nie! (Obwohl, wenn ich darüber nachdenke, war das Video, wo ich meine Kiste mit Stoffrestchen ausleert hatte, auch ganz weit Vorne…es waren viiiiele Reste)

Krass, oder nicht?
Seit dieser Zeit mache ich mein Maschinchen dann doch öfter sauber. Nicht unbedingt nach jedem zweiten Spulenwechsel, wie mir empfohlen wurde, aber doch in regelmässigen Abständen.
Und falls hier jemand mitliest, der sich, so wie ich damals, ebenfalls nicht mehr daran erinnern kann, wann und ob überhaupt die Maschine gereinigt wurde, dachte ich mir, ich zeig mal, wie ich das mache. Ist nämlich gar nicht so schwer. Und einen kleinen Staubsauger Hack habe ich auch für euch.

Nun sind Nähmaschinen unterschiedlicher Hersteller alle etwas anders, aber grundsätzlich lässt sich das bestimmt auf alle Fabrikate anwenden.

Das Teil, wo das Zubehör drin ist, abnehmen und mit einem passenden Schraubendreher die Verkleidung abnehmen.

Ich hatte mich immer gefragt, wofür dieses Teil da ist, bevor ich ins Nähmaschinen-Säuberungs-Game eingestiegen bin.

Ha! Da kommt frau nämlich nicht dran mit einem normalen Werkzeug… also, wie gesagt, bei meiner Maschine (ein älteres Modell von Brother) geht das so. Stichplatte abschrauben…


Und das Teil vorne ebenfalls abbauen.

Nicht so spektakulär wie damals aber es lohnt sich.

Mir so einen Aufsatz für eine Kindertrinkflasche zuzulegen, habe ich auf Anraten von Grit Hoff. In Wiesbaden betreibt Grit einen Nähmaschinenladen mit Kursraum und allem allem drum und dran. Sie hat sich auf Maschinen von Brother spezialisiert und hat mir vor einigen Jahren per Ferndiagnose richtig doll weitergeholfen. Nicht selbstverständlich – ich hatte die betreffende Maschine nämlich nicht bei ihr gekauft sondern in Dänemark und kam einfach nicht mehr weiter und kein deutschsprachiger Händler wollte sich damit befassen… dafür bin ich ihr auf ewig dankbar. Auf ihrer Webseite und bei YouTube gibt es ganz viele Tipps und Videos speziell auch zu Brother Maschinen.

Dieser Aufsatz passt nämlich super auf die Düse vom Staubsauger.

und mit dem Röhrchen kommt man super in die hinteren Eckchen


Die Filzpöppel zwischen den Greiffüsschen nicht vergessen! Die müssen auch weg.

Und auch unter dem Teil, wo bei meiner Maschine die Spule drinliegt, sammelt sich immer Staub an. Alles, was durch Absaugen nicht rausgeht, kann mit einem Pinsel entfernt werden. Mit Öl bin ich eher sparsam (da muss ich mich nochmal genauer erkundigen, wieviel und vor Allem, wo das genau hinkommt. Einige Maschinen brauchen nicht sehr viel Öl)
Und dann alle Teile wieder zusammenschrauben und weiter gehts! Ich finde den kleinen Trick mit dem Aufsatz sehr hilfreich- vielleicht ist das in der Nähszene aber auch gar nix Besonderes und allgemein bekannt? Wurscht. Ich freue mich schon darauf, mit den Tauschprojekten des Atelierhaus-Bee zu beginnen, sobald ich mein aktuelles Quilttop fertig habe.

Und damit meine tapfere Maschine in Zukunft nicht wieder so schnell zustaubt, habe ich zumindestens schon mal die ungefähren Maße für eine Abdeckung genommen. Noch ein Nähprojekt in diesem Jahr!




